Jim Lindberg (2008), der SĂ€nger von Pennywise, beschreibt den Widerspruch als SĂ€nger einer professionellen Punkband gleichzeitig als Vater von drei Töchtern, zu Hause AutoritĂ€t ausstrahlen zu mĂŒssen. Sein Buch diente als Vorbild fĂŒr den Film The Other F Word, der neben Lindberg auch andere VĂ€ter aus der Punk-Szene zeigt. Im Norddeich-Urlaub 2017, als Nils gerade ein Jahr alt war, konnte ich zumindest die Familiensituationen gut nachvollziehen.
In dem Gegensatz zwischen dem Leben als Punk-SĂ€nger und Familienvater macht er genau dieselben Erfahrungen wie alle seine VĂ€ter-Fans auch. Den Höhepunkt erreicht das Buch, als er beschreibt, wie er nach einem Konzert, anstatt mit Alkohol, Drogen und leicht verfĂŒgbaren Groupies zu feiern, nach Hause fĂ€hrt. Nach einer kurzen Zeit im Bett, wird er von seiner Tochter mit Magen-Darm geweckt. Statt sich auf der After-Show Party zu amĂŒsieren, muss er die Nacht hindurch ihren Kopf ĂŒber die Toilette halten und den Dreck wieder wegmachen, wie jeder andere ganz normale Vater auch.
Ehrlicherweise wird der Alltag als Punk-SÀnger zwar aufregend dargestellt, aber letzten Endes kann auch dieses Leben in Routine umschlagen. Er beschreibt Situationen, in denen er wochenlang auf Tour ist, aber eigentlich lieber bei seiner Familie sein möchte, wÀhrend die anderen Bandmitglieder nur Party machen. Beruhigend, dass auch das Leben als Punk-Rock Star nicht immer aufregend ist, und dass auch bekannte VÀter dieselben Erfahrungen wie jeder Normalo machen.
Literatur
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