Per Mertesacker (2018) gibt in seiner Autobiografie einen Rückblick auf seine aktive Karriere als Spieler. Diese sieht in der Jugend noch nicht sehr hoffnungsvoll aus, da er nie zu den Spitzenspielern gehört. Durch seinen Vater, der Trainer im Jugendbereich ist, kommt er doch zu Hannover 96, fällt aber auch dort zurück, nachdem er als Jugendlicher Probleme mit den Beinen bekommt.
Seine Wachstumsprobleme sind irgendwann verschwunden und mit mal kann er mit zuvor talentierteren Spielern mithalten. Dann setzt er sich bei Hannover 96 unter Ralf Rangnick und Mirko Slomka durch und wird auch früh von Jürgen Klinsmann in der Nationalmannschaft berücksichtigt.
Seine lobenden Worte über seine Zeit in Bremen gehen einem als Werder-Sympathisant natürlich runter wie Öl. Dort holte er auch seinen ersten Titel mit dem Pokalsieg 2009.
Nachdem es sportlich bergab ging bei Werder, ging für ihn mit einer Verpflichtung bei FC Arsenal ein Traum in Erfüllung, da er diesen Auslands-Verein bereits seit seiner Jugend favorisiert hatte. Dort spielte er unter Arsene Wenger zusammen mit Lukas Podolski und Mesut Özil und gewann dreimal den FA Cup.
Im letzten Kapitel wird seine Karriere in der Nationalmannschaft vom Beginn als junger Spieler mit einem Überblick über die von ihm gespielten Turniere beschrieben. Der Höhepunkt folgt natürlich am Ende mit dem Weltmeistertitel 2014 und seiner legendären Eistonnenrede.
Per Mertesacker gibt einen Einblick in den Alltag eines Fußballprofis mit immer wiederkehrenden Verletzungspausen und folgenden Rehaphasen. Er erklärt, dass andere zwar talentierter waren, er sich aber durch Glück und eigenen Leistungswillen durchgesetzt hat. Durch Eigeninitiative wie zusätzliches individuelles Training neben dem Vereinstraining konnte er gesundheitliche Probleme auch aufgrund seiner Größe ausgleichen. Nach London hat er extra ein zusätzliches Physiotherapeuten-Pärchen mitgenommen, die für ihn zuständig waren und sich dort eine neue Existenz aufgebaut haben.
Persönlich gibt er Einblick, dass er seine Frau, die Handballerin Ulrike Stange, in der Reha kennengelernt hat. Sowohl seine Familie als auch seine Frau haben seine Karriere aktiv unterstützt, wobei er seinem stabilen, geerdeten Umfeld großen Anteil an seinem Erfolg zuspricht. Robert Enke war für ihn eine große Persönlichkeit als junger Spieler. Obwohl er sich sehr verbunden mit ihm fühlte, wusste er nichts von seinen Depressionen bis zu Enkes plötzlichen Tod. Erst später wurde ihm erklärt, dass es für depressive Menschen typisch ist, niemanden seine Schwächen zu zeigen.
Am Ende des Buchs gibt er einen Ausblick, welche Erfahrungen er als Leiter der Jugendakademie von FC Arsenal einfließen lassen will. Er plant, den jungen Spielern auch Verantwortung abseits des Spielfeldes, zu übertragen. In englischen Fußballakademien wird heute den Spielern alles abgenommen außer dem Fußballspielen. In seiner Biografie zählen aber auch die Erfahrungen abseits des Fußballplatzes, um Verantwortung übernehmen zu können. Gerade vor dem Hintergrund, dass die meisten Talente es nicht schaffen werden, ist es wichtig, die jungen Menschen auch auf ein Leben ohne Fußball vorzubereiten.
Literatur
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