Technisch umgesetzt ist die Seite mit Quartz 4, einem JavaScript-basierten Generator für statische Webseiten, der dafür gebaut ist, Webseiten aus Dateien der Notiz-App Obsidian zu erstellen. Das funktioniert allerdings auch ganz ohne Obsidian, rein auf der Basis von Markdown-Dateien. Markdown ist ein spezielles Dateiformat, das den Anspruch hat, als reine Textdatei für Menschen gut lesbar zu sein. Es wird in vielen Projekten für die Erstellung von Programm-Dokumentationen, aber auch für andere Texte mit einer Ausgabe als HTML-Datei verwendet.
Digitaler Garten
Quartz 4 ist gestaltet nach der Idee des Digital Gardening. Klingt erstmal merkwürdig, dahinter steckt aber die Erfahrung, dass persönliche Webseiten niemals ganz fertig sind. Dem entgegen gesetzt sollen Digitale Inhalte über die Zeit wachsen und Gedanken neu sortiert werden. Verschiedene Seiten sollen einzelne Ideen beinhalten, die wie in einem Garten über die Zeit wachsen können, ohne dass eine Seite den Anspruch hätte, jemals fertig zu sein. Dahinter steckt ein Konzept aus Personal Knowledgment Tools wie Roam oder Obsidian, die digitale Notizbücher darstellen, in denen verschiedene Seiten miteinander verknüpft werden. Damit lässt sich über die Zeit lernen und Wissen anhäufen.
Ohne den Anspruch perfekte Seiten zu erzeugen, soll das digitale Gardening Spaß machen und mit der Zeit wachsen.
No fronts no tricks no soap box politics
No guns just blunts we kick this just for fun
— Dog Eat Dog
No Fronts
Nothing but the fun of it! soll auch der einzige Grund für diese Seite sein.
Bidirektionale Links
Tatsächlich habe ich schon seit etwa 2019 mit verschiedenen Möglichkeiten herum experimentiert, eine Homepage zu erstellen. Zunächst mit Wordpress, bei dem ich aber schnell das Gefühl hatte, die Kontrolle über die Inhalte in der internen Datenbank zu verlieren. Danach habe ich mir auf Basis von Markdown-Texten eine Seite mit dem Kommandozeilen-Tool pandoc erstellt. Aber auch das fühlte sich zu statisch an, sodass ich nie ein fertiges Produkt erreicht habe.
Der Umschwung kam, nachdem ich die Notiz-App logseq für mich entdeckt habe. Das ist im Prinzip eine freie Variante von Roam, bei der es möglich ist, die Quelldateien über Versionskontrollsysteme wie git selber zu verwalten. Das Killer-Feature dabei sind für mich die verwendeten bidirektionalen Links. Sobald ein Tag erstellt wird, wie im Internet üblich mit dem Lattenzaunsymbol (#) oder alternativ in doppelten Klammern dargestellt, wird eine neue Notiz mit dem Tagnamen erstellt. Der Clou dabei ist, wenn ein Tag mit dem Namen Beispiel 20 mal an verschiedenen Stellen verwendet wird, wird eine Seite mit dem Namen Beispiel erzeugt, wo alle Tagstellen hinzeigen. Diese automatisch erstellte Seite linkt aber wieder an alle 20 Ausgangsstellen zurück, wodurch sich Inhalte sehr gut verknüpfen lassen. Die Seite selber kann dabei beliebig ausgestaltet werden, kann aber auch ohne weitere Bearbeitung für sich selber stehen.
Für mich hat sich das als ein echter Mehrwert herausgestellt. Quartz 4 ist in etwa die Umsetzung dieser Idee auf eine Webseite. Als Zusatz gibt es die erzeugten Graphen, die die Verzweigungen der einzelnen Seiten untereinander graphisch darstellen. Ich bin gespannt, wohin mich dieses Konzept führen wird.
Design
Die Standard-Schriften von Quartz 4 sind auf dieser Seite geändert worden, wie unter Verwendeter Zeichensatz erläutert. Die Farbgebung ist zugegebenermaßen geklaut.